SEO Mythen

Am zweiten Konferenztag trafen sich die Teilnehmer wieder im NH-Hotel Berlin Friedrichstraße um weitere Vorträge und Diskussionen zu hören.

Für die „Zerstörung“ einiger SEO Mythen hatten sich, unter Moderation von Martin Sinner (Idealo), Heiko Eckert (bigmouthmedia), Ralph Tegtmeier (Fantomaster.com) Johannes Beus (SISTRIX) und Dominik Wojcik versammelt.

Viele der nun folgenden Mythen gibt es schon seit Jahren, teils weil sie einmal wahr waren, teils weil sich Gerüchte und einfache “Wahrheiten” lange halten.

Der Pagerank

Der Google Pagerank wird vielfach noch als ein Beleg für gute Rankings und als Hinweis auf  eine hochwertige Seite herangenommen, da dieser Wert als “offizieller Googlewert” Vertrauen genießt. Die Vortragenden erklärten den Pagerank aus SEO-Sicht für relativ unnütz, da ihm keine SEO-Relevanz zugeschrieben werden kann. Sinnvoller wäre ein aktuellerer Wert aus professionellen SEO-Tools, wie dem Sistrix Tool. Hier kann man das Backlinkprofil und die tatsächliche Relevanz für bestimmte Themengebiete wesentlich besser nachvollziehen.

Meta Keywords

Agenturen haben noch immer mit Kunden zu tun, die die Optimierung von Metakeywords nachfragen. Die Metakeywords waren auch eine zeitlang hilfreich beim Ranking, dies ist allerdings schon einige Jahre her. Für den Google-Crawler sind die angegebenen Keywords höchstens noch interessant, wenn sonst kein Content auf der Seite indexierbar ist. Top Rankings erreicht man so allerdings eher nicht.

Adwords verbessert organische Rankings

Eine Adwordsschaltung für ein Keyword, mit dem man ranken will kann positive Effekte haben, aber nicht für das Ranking. Erhöht wird die CTR, da ein doppeltes Erscheinen für den Suchenden attraktiv und seriös wirkt. Die Effekte sind eher sekundärer Natur, sie sind also positiv, aber wirken sich nicht auf das organische Ranking an sich aus.

W3C Validität bringt Rankingvorteile

Das die W3C Validierung einer Seite positiv ist, stellt sich dadurch dar, dass kein User Probleme mit der Darstellung der Website bekommen sollte. Dies führt dazu, dass die Bounce-Rate niedrig gehalten wird. Diese Bounce-Rate ist zu einem Stück relevant für das Ranking. Die alleinige W3C Validierung bringt aber keinen Rankingvorteil, wenn eine Website auch unvalidiert für den User gut funktionert, reicht dies auch voll und ganz aus.

Eintragung in Suchmaschinen (Eintragungsdienste)

Laien werden oft mit einer Eintragung in Suchmaschinen geködert. Diese Eintragung ist allerdings nicht nötig, da die Crawler der Suchmaschinen selbst aktiv das Netz nach neuen Seiten durchkämmen. Wenn eine Seite zusätzlich in anderen Suchmaschinen, abseits von Google, Bing und Yahoo, angemeldet wird, mag das sogar funktionieren. Nützlich ist es allerdings nicht, da diese Suchmaschinen keinen nennenswerten Traffic  liefern.

Google erkennte jeden gekauften Link

Das Google immer besser bei der Erkennung von gekauften Links wird, ist kein Geheimnis. Vielfach werden Kauflinks allerdings auch aus der Sidebar oder dem Footer angeboten, wenn dies mehrfach erfolgt ist es für Google natürlich ein leichtes, diese Links als gekaufte Links zu identifizieren. Wenn Links darüber hinaus noch als “sponsored Links” ausgewiesen werden, hat man einiges falsch gemacht.

Man sollte das Linkbuilding zudem streuen und das nicht nur auf verschiedene Linktypen, auch zeitlich sollte es gestreckt werden.

Guter Content braucht keine Links

Wenn es reichen würde ein gutes Produkt zu haben, bräuchte man auch keine Werbung und kein Marketing mehr. So ähnlich kann dies auch bei Suchmaschinen verstanden werden. Bei longtail-Keywords kann ein gutes Ranking durchaus ohne Linkaufbau zu Stande kommen, in einem kompetitiven Umfeld ist das nicht mehr möglich.

SEO Facts

Nachdem einige der meistgenannten und größten Fehlerquellen und Gerüchte besprochen waren, wurden noch einige Informationen und Tipps für SEO besprochen.

Penalty vs. Filter

Google wirft bei missbräuchlichen Seiten und extremen Linkaufbau gerne ganze Domains aus dem Index und nimmt sie erst nach einem Reconsideration Request wieder auf. Dies ist mittlerweile allgemein bekannt, etwas weniger verbreitet scheint das Wissen um Filter zu sein, die einzelne Unterseiten für bestimmte Suchbegriffe aus dem Index schießen, wenn beispielsweise extrem viele Keywordlinks eingekauft wurden.

Keywords in der URL-Struktur

Das mehrmalige erwähnen des Keywords in der URL (beispielsweise domain.de/kochtopf/kochtopf.html) hat keinen positiven Einfluss auf das Ranking selbst. Wenn der Domainname hingegen dem Keyword entspricht, verhilft dies durchaus zu einem höheren Ranking. Auch die CTR wird deutlich erhöht, da laut Studien circa 31% der Surfer explizit auf den Domainnamen achten.

Manulles Ranking

Zwar rankt Google alle Seiten nach einem Algorhitmus, allerdings wird bei sehr wettberwerbsintensiven Suchbegriffen und bei sehr wettbewerbsintensiven Branchen der Algorithmus teilweise durch ein manuelles Ranking ergänzt oder ersetzt. Die Bereiche Pharma und Glücksspiel sind hier gute Beispiele. Dort ist Trust besonders wichtig für ein gutes Ranking und ein sauberes Backlinkprofil und professionelles Linkbuilding sind von besonderer Bedeutung.

Tipps für effektiven Linkkauf

Themenrelevanz und Trust sind die beiden wichtigsten Begriffe zum Thema Linkkauf. Themenrelevanz kann hier direkt oder indirekt gegeben sein. Indirekte Relevanz wäre zum Beispiel eine eigentlich themenfremde Seite, die allerdings themenrelevante Backlinks besitzt. Hilfreich ist hier eine Unterseite mit einem passenden Text oder anderem passenden Content zu haben.

Bad Neighbourhood

Schlechte Nachbarschaft kann man schneller bekommen als einem lieb ist. Automatisierte Spambots nehmen teils unbescholtene Seiten als Co-Citations und können einer Seite unliebsame Backlinks bescheren. Glücklicherweise kann Google dies mittlerweile gut filtern (für seine Nachbarn kann man ja schließlich nichts). Verlinkt man allerdings auf eine solche „Bad Neighbourhood“ Seite, dann können negative Effekte voll zum Tragen kommen.

Social Media Linkgraph

Bing und Google sind mittlerweile dazu übergegangen auch Links und “Likes” von Social Networks und Microbloggingdiensten in die Rankings einfließen zu lassen. Diese Entwicklung ist noch relativ frisch und die Stärke dieser Links ist noch nicht genau abzuschätzen. Da Social Media weiterhin stark an Bedeutung zunimmt, wird auch das Gewicht dieser Signale für das Ranking möglicherweise zunehmen.

Zusammenfassung

Die SEO Mythbusters haben ganze Arbeit geleistet. Viele populäre Irrtümer sind jetzt weniger populär, da zumindest die Konferenzteilnehmer  nicht mehr auf diese vermeintlichen Fakten hereinfallen dürften.

Für erfahrene SEOs waren die meisten Mythen schon länger widerlegt, aber die konstruktive Stimmung und die unterhaltsame Aufbereitung allein waren Grund genug sich einige “SEO Myths” noch einmal widerlegen zu lassen.