SES 2010 Recap Part 1: „Linkaufbaustrategien 2011″
Der späte Nachmittag des ersten Konferenztages stand ganz im Zeichen zukünftig erfolgsversprechender Linkbuilding Strategien. Jan Kutschera (Popularity Reference GmbH), Thomas Gruhle (Barketing) und Christoph Cemper (Cemper.com), dessen Linkbuilding Workshop am Vortag völlig ausgebucht war, diskutierten die vielversprechendsten Vorgehensweisen. Im Folgenden werden wir einige der wichtigsten Themen zusammenfassen.
Der Wettbewerb
Der Grund Linkbuilding überhaupt zu betreiben ist der gut verlinkte Wettbewerb, den man gerne übertreffen will. Was liegt also näher als sich Links von seinem Wettbewerber zu wünschen? Da der Wettbewerb diese natürlich nicht freiwillig rausrückt, muss man hier trickreich sein, so die Vortragenden.
Um sich einen Teil des Linkjuice vom Wettbewerb zu sichern, sollte man die Seite des Wettbewerbers genau auf ausgehende Links untersuchen. Identifiziert man dort zum Beispiel Linktauschpartner, lohnt es sich den betreffenden Seitenbetreiber zu einem Link zu bewegen.
Hier erhält man einen Link mit hoher Relevanz und Juice vom Wettbewerber und schlägt somit zwei Fliegen mit einer Klappe.
Am Wettbewerb sollte man sich auch orientieren, wenn man abschätzen will wie viele Links aufgebaut werden sollten. Baut der Wettbewerb im Monat beispielsweise 50 Links auf, ist es eher auffällig wenn die eigene Seite 300 eingehende Links im Monat erhielte, da sich Websites in Branchen doch in vielen Aspekten ähneln wäre dies ein deutliches Zeichen für Manipulation. Ein Beispiel mögen dafür Websites mit Technikthemen im Gegensatz zu Websites über Kochtöpfe sein. Im Bereich Technik werden einfach insgesamt mehr Links gesetzt als dies bei den meisten Kochtopf-Websites der Fall sein dürfte. Ein Betreiber einer Technikseite darf also etwas mehr Links aufbauen ohne ungewöhnlich zu wirken.
Variation!
Um nicht unangenehm aufzufallen empfiehlt es sich schon länger, die Linkanchors zu variieren. Nun muss natürlich nicht wild jedes beliebige Wort als Linkanchor genutzt werden („hier“ Links sind nutzlos), hier kann man intelligente Variationen mit longtail-Keywords oder die Kombination mit dem eigenen Markennamen nutzen um von positiven Nebeneffekten zu profitieren.
Variieren sollte man auch bei der Entscheidung nofollow/dofollow. Natürlich bleibt es dabei, dass nur dofollow Links Juice vererben, aber ein Backlinkprofil ohne nofollow Links ist mittlerweile sehr unnatürlich.
Linkpyramiden und Netzwerke
Will man unabhängiger von externen Quellen werden, kann ein eigenes Linknetzwerk mitunter nützlich sein. Als Faustregel ist dabei zu beachten, dass man Seiten niedrigerer Qualität nie direkt auf das Hauptprojekt, die Money Site, verlinken sollte, sondern Seiten mittlerer Qualität dazwischenschalten sollte. Das ist sozusagen die SEO-Version von Geldwäsche, salopp ausgedrückt.
Neben selbst erstellten Seiten die mit eigenen Links gepusht wurden, bieten sich weiterhin Expired-Domains an. Diese Seiten haben oft wunderbare Backlinkprofile und eine sehr saubere History und bieten viel Trust. Sie eignen sich aufgrund teils seltsamer URL’s nicht als Hauptseite und oftmals sind die Themen nicht aus monetarisierbaren Bereichen.
Trotzdem kann es sehr lohnenswert sein einen Link auf einer Expired-Domain zu bekommen, da die Zielseite mit sehr hochwertigen und vertrauenswürdigen Seiten in Verbindung gesetzt wird und somit selbst höheren Trust genießt. Um eine Expired-Domain sinnvoll einschätzen zu können sollte vor allem der Sistrix Backlinkcheck genutzt werden. Dort ist nicht nur die Menge interessant sondern vor allem wer genau auf die Domain verlinkt. Anschließend ist es sinnvoll in einer wayback-machine wie Archive.org die Seite auf frühere Inhalte zu überprüfen, möglicherweise ist die angebotene Expired-Domain ja schon einmal „wiederbelebt“ worden und es wurde Schindluder mit ihr getrieben.
Content
Auf allen Linkquellen ist es wichtig guten unique Content zu nutzen, je wichtiger die Seite desto besser muss der Content natürlich sein.
Gerade bei expired-Domains finden sich im Archive.org oftmals wahre Content-Schätze. Um Copyright Problemen vorzubeugen sollte man den Content nur modifiziert übernehmen, beispielsweise übersetzt oder zusammengefasst.
Zusammenfassung
Schaut man sich die obigen Tipps zum Linkbuilding 2011 an, könnte man meinen „alles wie gehabt“ und ja, es stimmt, dass sich das Linkbuilding nicht wahnsinnig geändert hat. Aber der Trend geht weiter in Richtung Variation und Qualität. Automatisierte Katalogeinträge galten in 2008 schon als “verboten”, in 2011 nützen sie nicht nur nichts, sie schaden auch noch wesentlich stärker.
Will man erfolgreich sein und vor allem erfolgreich bleiben, muss man sich am Wettbewerb orientieren und fleißig sein, da Linkbuilding in vielen Bereichen Handarbeit ist und bleibt. Kluger Einsatz von Tools und Netzwerken können ihr Übriges zum Erfolg beitragen.
